Blogparade

Fotomontage: Frost in Namibia

Gestern abend bin ich durch Zufall auf einen Artikel im Shockmotion-Blog gestoßen. Zeit um mal das Thema Bildbearbeitung und seine Konsequenzen zu beleuchten. Ich finde es grundsätzlich nicht schlimm Bilder zu bearbeiten, Personen zu verfremden und/oder Dinge oder Personen in Bilder zu retuschieren. Allerdings sollte deutlich darauf hingewiesen werden.

Viel zu viele Menschen vertrauen darauf, dass Fotos nicht manipuliert bzw. manipulativ sind

Vergangenheit

In Zeiten vor der Fotografie war es gang und gäbe, dass Bilder nicht dem Original entsprechen mussten. Da wurden Porträts vor Hintergünden gemalt, die das Model nie gesehen hatte, oder Personen hübscher gezeigt, als sie es tatsächlich gewesen sind. Allerdings war es klar, dass diese Bilder von Menschen gemacht waren und deshalb nicht der Wirklichkeit entsprechen mussten. Als die Fotografie aufkam änderte sich diese Vorstellung. Bilder sollten die Wirklichkeit darstellen. Man fing an den Bildern zu vertrauen. Man fing an, die Bilder als wahr anzunehmen. Dabei gab es auch vor der digitalen Bildbearbeitung Mittel und Wege Fotos  zu manipulieren. Entweder man änderte einfach Zeit und Ort an dem das Bild entstand und setzte es damit einen völlig neuen Kontext. Oder man ließ die “Modelle” auf bestimmte Art und Weise posieren um eine Bildwirkung zu provozieren.  Oder, wie bei der ZEIT einfach beides.

Auch Bildbearbeitung war in der Vergangenheit durchaus nicht unüblich. In diesem Beispiel ließ Stalin Trotzki und Kamenew aus einem Bild einfach herausretuschieren.

Man sieht also, das Vertrauen, dass man in Fotos hatte, war schon immer viel zu hoch.

Gegenwart

In der heutigen Zeit ist, dank digitaler Bildbearbeitung, die Manipulation von Bildern viel einfacher geworden. Und wer schon mal mit Photoshop herumgespielt hat, weiß wieviel Spaß es machen kann. Man kann Menschen komplett verändern. In der Modefotografie ist es völlig normal, dass kaum ein Bild so veröffentlicht wird, wie es geschossen wurde. Da wird die Haut geglättet, der Körper modelliert,  digital Make-Up aufgetragen und Hintergünde ausgetauscht. Aber auch in der Pressefotografie wird manipuliert. Hier sind es die Achselschweiß-Flecken der Bundeskanzlerin, dort werden digital Blindgänger zum Leben erweckt. (Spiegel Online hat zu dem Thema “Manipulierte Bilder”  eine Bilderserie)

Kunst

In der Kunst, im Gegensatz zum Fotojournalismus, ist das jedoch völlig legitim. Da geht es genau darum Gefühle zu erzeugen. Niemand geht davon aus,  dass die Bilder die Realität abbilden. In Landschaftsaufnahmen werden Farben kräftiger und Schatten tiefer. In, meiner Meinung nach, guten Porträts (ACHTUNG: bei dem verlinkten Bild weiß ich nicht, ob es digital nachbearbeitet wurde, kann es mir aber vorstellen) werden Details herausgearbeitet, Kontraste erhöht und manche Falte tiefer gezeichnet. Alles dient dazu, die Aussagekraft des Bildes zu erhöhen und ist sicherlich im weiteren Sinne keine Manipulation. Der Nächste Schritt ist dann das Compositing bei dem unterschiedliche Teile zu einem Bild zusammengefügt werden.

Fazit

Ob man es nun mag oder nicht: Fotos kann und konnte man nie trauen.  Die Macht, dieser Bilder liegt darin, dass wir gerne glauben möchten, dass etwas, wenn es echt aussieht auch so ist. In Wirklichkeit reichen manchmal schon unterschiedliche Bildausschnitte, um die Wirkung völlig zu beeinflussen. Die Realität ist viel komplexer, als dass sie in Bildern ausgedrückt werden kann. Es geht immer um den Eindruck, den der Fotograf erwecken möchte.  In der Kunst OK, im Journalismus nicht, aber leider nicht so selten wie erhofft.

So und zum Schluss noch mein Bild für die Teilnahme an der Blogparade:  (das erste Bild ist eine Montage, die anderen beiden sind Original und komplett unbearbeitet)

Fotomontage: Frost in Namibia

aufgenommen in Island, Januar 09


aufgenommen in Namibia, März 09

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japana

Ich bin Jan-Paul Nachtwey und lebe seit Anbeginn meiner Zeit in Berlin... Zwar gab es ein paar Zwischenstationen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, aber mittlerweile hat es mich zurück ins schöne Berlin-Friedenau verschlagen. Ich habe schon immer für Fotographie interessiert, aber erst seit 2008 ist es für mich zu einem Hobby geworden, dass ich mit Leidenschaft betreibe.

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